Armenien – Entdeckungsreise am unbekannten Ende Europas

Reisebericht, April 2014

Bevor ich meine Reise nach Armenien startete, konnte ich mir ehrlich gesagt nicht viel über das Land vorstellen und ich denke, dass es vielen Leuten so geht.
Ich wusste lediglich, dass Jerewan die Hauptstadt ist, Armenien früher eine ehemalige Sowjetrepublik der UdSSR war, es politische Witze von dem fiktiven Radiosender Jerewan gab und sich das Land in der Kaukasusregion zwischen Europa und Asien befindet.
Während meiner Reise durch dieses beeindruckende Land im Kaukasus wurde ich von vielen faszinierenden Begegnungen, atemberaubende Landschaftsimpressionen, von einer beeindruckenden Kultur und Religion sowie von einer wunderschönen Klosterarchitektur überrascht, die ich so nicht erwartet hätte.

Jerewan – facettenreichen Hauptstadt

Nach meiner Landung kurz nach Mitternacht am Flughafen in Jerewan war ich froh, dass für mich das Zimmer im Hotel schon zur Verfügung stand und ich noch einige Stunden schlafen konnte. Leider landen fast alle Flüge zu einer sehr unchristlichen Zeit in Jerewan, sodass es unbedingt empfehlenswert ist, die Nacht davor noch im Hotel zu buchen, um sofort das Zimmer beziehen zu können.
Neben dem sehr guten 4* Hotel Hyatt Place befinden sich im Zentrum der Stadt noch einige exzellente 5* Hotels, wie zum Beispiel das elegante Grand Hotel Jerewan oder das Luxushotel The Alexander.
Da Armenien ein relativ kleines Land ist, sind alle erwähnten Hotels sehr gute Ausgangspunkte, um bei spannenden Tagesausflügen die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten Armeniens zu erkunden.

Als Erstes besichtigte ich selbstverständlich die Hauptstadt Jerewan, die zu den ältesten Städten der Welt zählt.  Jerewan ist eine keine große Metropole, sondern eher eine gemütliche Stadt, die den Reisenden neben einer interessanten Mischung aus alten Gebäuden, Alleen, dem alten Sowjet-Charme sowie vielen Kirchen, Cafés und Restaurant empfängt. Im Herzen der Stadt befindet sich der Platz der Republik, das Vorzeigefenster des neuen, selbstbewussten Landes. Sehr lohnenswert sind auch die Treppen der großen Kaskade emporzusteigen. Oben angekommen, wird man mit einem fantastischen Ausblick über die Stadt Jerewan belohnt. Eine wahre Schatzkammer ist das Matenadaran-Museum, das eine wertvolle Sammlung von über 17.000 altarmenischen Handschriften und Büchern beherbergt. Von der UNESCO wurde diese Sammlung zum Weltdokumentenerbe ausgezeichnet. Mit dem Besuch des Genozid-Denkmals Zizernakaberd sowie dem angrenzenden Museum, taucht man in eines der dunkelsten Kapitel der armenischen Geschichte Zeit. Es erinnert an die 1,5 Millionen Opfer des grausamen Völkermordes Anfang des 20. Jahrhunderts in der Türkei.
Sehr interessant ist auch der Bummel über den bunten Lebensmittelmarkt mit seinem reichhaltigen Warenangebot an Obst und Gemüse sowie der Handwerker- und Trödelmarkt namens „Vernissage“. Nicht nur Liebhabern von Cognac ist eine Führung durch eine Destillerie wärmsten zu empfehlen. Hier erhält man einen Einblick in die Herstellung und kann im Anschluss den berühmten armenischen Cognac auch probieren.

Etschmiadsin – geistige Zentrum der armenischen Kirche

Wie bereits erwähnt, lassen sich viele interessante Besichtigungen problemlos mittels Tagesausflügen von Jerewan unternehmen. So zum Beispiel der Besuch von Etschmiadsin, das sich etwa 20 Kilometer von Jerewan befindet. Es ist das geistliche Zentrum und der Sitz des Oberhauptes der armenisch-apostolischen Kirche.
Empfehlenswert ist der Besuch an einem Tag, an dem man an einer heiligen Messe teilnehmen und den Einzug des geistlichen Oberhauptes miterleben kann. Sehenswert in Etschmiadsin ist aber auch ohne Teilnahme an einer heiligen Messe die Hauptkathedrale (UNESCO Weltkulturerbe) sowie einige kunstvoll behauene Kreuzsteine, sogenante Chatschkare.
In Etschmiadsin befinden sich mit den Kirchen St. Gajan und St. Hripsime noch zwei weitere bedeutende christliche Baudenkmäler. Auf dem Rückweg nach Jerewan lohnt sich auf alle Fälle ein Halt in Zwartnoz. Hier befindet sich die Ruine der einst riesigen Zwartnoz-Kathedrale (UNESCO Weltkulturerbe) aus dem 7. Jahrhundert.

Der majestätische Berg Ararat

Ein weiterer spannender Tagesausflug führte mich durch das Ararat-Tal in den Süden zur berühmten Klosteranlage Chor Virap aus dem 17. Jahrhundert. Der Überlieferung nach soll hier Gregor der Erleuchter 13 Jahre lang in Gefangenschaft gelebt haben, bevor er zum Missionar und zum ersten Katholikos Armeniens wurde. Es sind die Anfänge der Christianisierung Armeniens und bis heute stellt Chor Virap einen wichtigen Wallfahrtsort in Armenien dar.
Überwältigend war für mich auch der atemberaubende Blick am Fuße von Chor Virap. Mächtig thront hier im Hintergrund der majestätische Berg Ararat (5.165 m) mit seiner Schneekuppe. Der Berg ist das Nationalsymbol für die Armenier und ist eigentlich zum Greifen nahe – wenn da nicht die Grenze zur Türkei wäre.
Im Anschluss besuchte ich noch das imposante Kloster Norawank. Es liegt wunderschön in der schroffen und malerischen Amaghu-Schlucht und ist ein weiteres imposantes Gebirgssakralbauwerk in Armenien, dass man auf einer Armenien-Rundreise nicht verpassen sollte!
Bevor es dann wieder zurück nach Jerewan ging, nahm ich bei einer einheimischen Familie das Mittagessen ein. Zu all den leckeren hausgemachten Gerichten wurde köstlicher Hauswein kredenzt.

Sevansee– die blaue Perle Armeniens

Mein nächstes Ziel war der wunderschön gelegene Sevansee, der von den Einheimischen auch als das „armenische Meer“ oder die „blaue Perle Armeniens“ bezeichnet wird. Der See liegt auf einer Höhe von fast 2.000 m und zählt daher zu einem der höchstgelegenen Bergseen der Welt. Sehenswert ist das Kloster Sewanavank aus dem 9. Jahrhundert, dass malerisch auf einem kleinen Hügel liegt und atemberaubende Aussichten auf den See offenbart.
Vom Sevansee aus führt mich die Reise dann weiter durch die armenische Schweiz in den Kurort Dilijan sowie durch tiefe Schluchten und Täler über die Höhen des kleinen Kaukasus. Stolz und erhaben thronen wehrhaft die Klöster Haghpat und Sanahin (beide UNESCO Weltkulturerbe) in dieser traumhaften Region. Eine kurze Fahrt brachte mich dann nach Dzoraget, wo ich eine Nacht in dem schönen Hotel Avan Doraget verbrachte, das malerisch am Ufer des Debed-Flusses thront.
Nach einem köstlichen Frühstück ging es dann entlang der legendären Seidenstraße wieder zurück nach Jerewan. Auf dem Weg dorthin besichtige ich noch eine Karawanserei, die als Unterkunft für die Karawanen auf der historischen Handelsstraße diente. Ebenfalls stand das Kloster Saghosavank, das wie ein Adlerhorst malerisch im Fels hängt sowie die mittelalterliche Burgfestung Amberd auf dem Programm.
Immer wieder sieht man an den Straßenränder Frauen an ihren bunten Ständen sitzen, die entweder ihr Obst und Gemüse, selbst gekochte Marmelade oder ihren eigenen Honig sowie andere süße Leckereien verkaufen.

Sakrale Gesänge im Höhlenkloster Geghard

An meinem letzten Tag warteten dann noch einmal zwei Höhepunkte auf mich. Das erste Ziel war der Sonnentempel Garni, der majestätisch auf einem kleinen Hügel thront. Der Tempel wurde im 1. Jahrhundert im hellenistischen Stil erbaut und ist das einzige heidnische Relikt im gesamten Kaukasus.
Danach ging es zum Höhlenkloster Geghard, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe. Das Kloster liegt wunderschön am Talende der Azatschlucht und wurde aus den Felsen gehauen. Sehr beeindruckend fand ich das Privatkonzert von einem kleinen Chor, der sakrale Kirchengesänge vortrug – welch eine tolle Akustik in diesem Höhlenkloster und Gänsehautfeeling pur!
Im Anschluss erlebte ich dann noch auf einem Bauernhof, wie „Lavasch“, das armenische Nationalbrot im landestypischen Erdofen „Tonir“ gebacken wird. Eingewickelt mit Käse und frischen Kräutern schmeckt dies einfach nur köstlich.
Zurück in Jerewan blieb mir dann noch etwas Zeit durch die Stadt zu bummeln und in einem schönen Café eine Tasse Kaffee zu trinken, bevor es dann wieder hieß mich von diesem kleinen, aber großartigen Land und seinen gastfreundlichen Einwohner zu verabschieden.

Ich kann Armenien als Reiseziel unbedingt empfehlen! Armenien besticht neben seinem reichen kulturellen Erbe, seiner wunderschönen Klosterarchitektur und seiner imposanten und facettenreichen Landschaft vorallem auch durch die kulinarischen Köstlichkeiten!

Armenien-Reisen

Sind Sie von dem Reisebericht inspiriert und haben selbst Lust bekommen in die kleine Kaukasusrepublik zu reisen? Dann stöbern Sie doch einfach durch unsere Kaukasus-Reisen und lassen sich inspirieren! Armenien lässt sich nämlich perfekt auch mit Georgien und Aserbaidschan kombinieren!

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