Salalah – Karibik des Orients
Reisebericht, September 2018
Nach einigen interessanten Aufenthalten im Sultanat Oman, u.a. in Muscat, der Oasenstadt Nizwa und in den unendlichen Weite der Wahiba-Wüste, setzte ich dieses Mal meine Reise mit einem bequemen Inlandsflug in den Süden fort. Ein Flugzeug der Oman Air brachte mich in rund 1,5 Stunden von der omanischen Hauptstadt Muscat in die ca 1.000 km südlich gelegene Provinz Dhofar.
Sandstrände & Palmenhaine
Salalah ist die Hauptstadt dieser Provinz, die so ganz anders als die anderen Regionen Omans ist. Die Region lockt mit einer subtropischen Vegetation und ist geprägt von Kokospalmen, Bananenstauden sowie wunderschönen Stränden am Indischen Ozean. Nicht umsonst trägt Salalah auch den Beinamen „Karibik des Orients“.
Die beste Zeit um den Süden Omans zu bereisen, sind die Monate Oktober bis April. Angenehme Temperaturen um die 25-30 Grad sowie Wassertemperaturen des Indischen Ozeans um die 25 Grad versprechen einen wunderschönen Aufenthalt. In den Sommermonaten bringt der jährlich wiederkehrende Monsun, der hier Khareef genannt wird, der Region feinen Nieselregen, der die Landschaft ergrünen lässt. Der Regen in den Sommermonaten ist für westliche Touristen nicht unbedingt die beste Reisezeit für einen schönen Badeaufenthalt. Für die Einheimischen und für Touristen aus den arabischen Nachbarländern ist diese Zeit jedoch die absolute Hochsaison! Welch ein Höhepunkt für die Menschen aus den Golfstaaten, die sich nach Regen sehnen und ihren Urlaub daher in Salalah verbringen!
Luxushotellerie & der Duft des Weihrauchs
Zahlreiche 5* Hotels verschönern den Aufenthalt in Salalah. Absolut empfehlenswert ist jedoch das traumhafte Al Baleed Resort, das seinen Gästen einen äußerst luxuriösen Aufenthalt mit einem exklusiven Komfort und Service garantiert.
Das Al Baleed Resort ist auch ein guter Ausgangspunkt, um die Stadt Salalah mit der Sultan-Qaboos-Moschee, dem Al Hosn-Sultanspalast sowie dem schönen Weihrauchsouk zu besichtigen. Während die ersten beiden nur von außen besichtigt werden dürfen, ist es ein betörendes Erlebnis durch den Weihrauchsouk zu bummeln. Säckeweise wird der kostbare Weihrauch sowie andere wertvolle und duftende Essenzen auf dem Souk in Salalah angeboten. Hier ist die Luft von Weihrauchschwaden und dem Duft von Weihrauch, Myrrhe, Sandelholz und anderen edlen Blütenessenzen umhüllt und man taucht ein in die märchenhafte Welt von 1001 Nacht.
Bis heute kultiviert man in dieser Region Weihrauchbäume und gewinnt das wertvolle Baumharz, das eine hohe Qualität aufweist. Nur hier und in einigen Teilen von Jemen kann der Weihrauchbaum gedeihen.
In der Antike war die Region um Salalah ein wichtiger Handelsort und von hier aus wurde die ganze Welt mit dem kostbaren Gut beliefert, das früher mit Gold aufgewogen wurde. Von hier aus zogen die Karawanen mit dem wertvollen Baumharz auf der legendären Weihrauchstraße durch das heutige Jemen, Saudi-Arabien, Jordanien und Israel bis es dann über das Mittelmeer seinen Weg in das römische Reich fand. Vom alten Weihrauchhafen Sumhuram (UNESCO Weltkulturerbe), dessen Ausgrabungsstätte ein Besuch empfehlenswert ist, wurde der Weihrauch mit Schiffen zu den ägyptischen Pharaonen verschifft. Bis heute kultiviert man in dieser Region die knorrigen Weihrauchbäume und gewinnt das wertvolle Baumharz, das eine hohe Qualität aufweist.
Wasserfontänen, Wadis & Wüstenausflug
Ein schöner Ausflug ist eine Tour in die westliche Region von Salalah. Entlang von wunderschönen Strandabschnitten, an denen man teilweise auch Dromedare vorfinden kann, gelangt man zum kleinen Fischerort Mughsayl. Je nach Gezeiten spritzen durch zahlreiche Löcher (Blow Holes) im Felsboden Meerwasserfontänen empor.
Eine Fahrt durch das Qara-Gebirge mit den knorrig alten Weihrauchbäumen sollte ebenfalls nicht fehlen. Ein Geheimtipp unter Omankennern ist auch das bezaubernde Wadi Darbat im Osten. Wandert man bis den oberen Katarakten des Wadis, kann man bezaubernde Wasserfälle in dieser Region bewundern.
Wer möchte, kann auch noch einen Jeepausflug in die größte Sandwüste der Welt, die Rub al Khali oder auch bekannt als das Leere Viertel, unternehmen. Hier befindet sich Ubar, eine uralte geheimnisvolle Oasenstadt, die von vielen auch „Atlantis der Wüste“ genannt wird. Vor langer Zeit im Sand versunken, ist es heute teilweise ausgegraben und von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Salalah – die Perle am Indischen Ozean
Neben angenehmen Temperaturen in unseren kalten Wintermonaten, traumhaften Stränden mit luxuriösen Hotels kann man in Süden des Omans interessante Ausflüge zu antiken Stätten und zu wunderschönen Landschaften unternehmen – die Region in und um Salalah ist auf alle Fälle eine Reise wert!


















