Aserbaidschan – das Land des Feuers

Reisebericht, Juni 2015

Klar, Aserbaidschan steht bei den meisten nicht gerade oben auf der Favoritenliste als Reisedestination, da es bei uns im Westen noch relativ unbekannt ist und bislang noch nicht so sehr auf der touristischen Weltkarte in Erscheinung getreten ist. Aber gerade das Unbekannte und dass Aserbaidschan noch nicht von Touristen überlaufen ist, war für mich ein ausschlaggebendes Argument in das geheimnisvolle Kaukasus-Land zu reisen.
Und ich habe es nicht bereut! Aserbaidschan liegt völlig zu Unrecht im touristischen Schatten. Das Land, das an der Schnittstelle von Europa und Asien liegt, ist ein verborgenes Juwel! Denn viele ahnen gar nicht, was für eine Perle sie da erwartet: facettenreiche Landschaften, eine beeindruckende Kultur und überraschenden Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel brodelnde Schlammvulkane.

Nonstop in das Land des Feuers

Mit einem Nonstop-Flug mit Lufthansa flog ich von Frankfurt/M. direkt nach Baku, in die aserbaidschanische Hauptstadt. Baku ist in der Regel der erste Anlaufpunkt bei einer Reise durch Aserbaidschan, es sei denn man reist aus den Nachbarländern Georgien oder dem Iran ein.
In Baku, der Metropole am Kaspischen Meer, erwartete mich einerseits ein sehr modernes Stadtleben mit einer futuristischen Architektur, andererseits traf ich auf orientalisches Flair in den bezaubernden engen Altstadtgassen sowie auf Häuser aus der Gründerzeit, als der Ölboom die Region erfasste sowie auf Bauten aus der Sowjetära.

Orientalisches Flair in der Altstadt von Baku

Bei einem Bummel durch die von einer Mauer umgebene Altstadt taucht man in den Orient ein. Moscheen, Minarette, Hammams, Karawansereien sowie der imposante Palast des Schirwanschahs lassen ein einzigartiges orientalisches Flair entstehen. Es ist einfach herrlich durch die engen Gassen der Altstadt zu streifen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und in den verschiedenen Läden nach traditionellem Kunsthandwerk zu stöbern oder in einen der vielen Restaurants, die köstliche einheimische Küche zu probieren.

Flame Towers – Bakus neue architektonische Meisterwerke

Aus dem Stadtbild von Baku ragen imposant die berühmten drei Flame Towers heraus, die abends wunderschön illuminiert sind und ihrem Namen alle Ehre erweisen. Sie wurden im Jahr 2012 fertiggestellt und zählen bereits jetzt zum architektonischem Wahrzeichen von Baku! In einem der drei Flame Towers befindet sich das Luxushotel Fairmont Baku, dass durch seine extravagante Lage besticht und zusammen mit dem Four Seasons Hotel zu den besten Hotels in Baku zählt.
Neben den Flame Towers ist auch das neue Heydar Aliyev Centre ein Meisterwerk zeitgenössischer Architektur. Über den eindrucksvollen Baku Boulevard mit vielen Boutiquen und Shops kann man wunderbar entlang schlendern und in einen der zahlreichen Cafés, Bars und Restaurant wunderbar sich unter das Volk mischen.
Baku ist modern, das zeigte mir auch das Straßenbild. Trotz des Islams als Staatsreligion geht es hier sehr modern zu. Frauen laufen in Miniröcken und Stöckelschuhen umher und nicht jede Frau trägt ein Kopftuch. Einen wunderschönen Tagesabschluss erlebte ich dann an der Uferpromenade, die für viele Bewohner von Baku ein beliebter Treffpunkt ist. Hier sah ich dann auch noch ein weiteres futuristisches Bauwerk – das nationale Teppichmuseum! Das Museumsgebäude in Form eines aufgerollten Teppichs war kurz vor der offiziellen Eröffnung und sollte demnächst den Besuchern eine Sammlung von erlesenen Exponaten und einen Einblick in die traditionelle Handwerkskunst des Teppichknüpfens geben.

Absheron-Halbinsel – Feuertempel & ein brennender Hang

An einem Tag unternahm ich dann einen interessanten Tagesausflug auf die Absheron-Halbinsel im Kaspischen Meer. Der Ausflug stand ganz im Zeichen des Feuers und passte auch thematisch, da Aserbaidschan übersetzt „das Land des Feuers“ ist.
Erster Besichtigungsstopp war der Ateshgah-Feuertempel, der eine Kultstätte der Anhänger des zoroastrischen Glaubens ist, dessen Ursprung sich in Persien befindet. Hier brennt bis heute die ewige Flamme. Das nächste Ziel war das Naturphänomen Yanar Dag. Hier steht man beeindruckt vor einem brennenden Hügel, der seit dem Altertum natürliches Erdgasfeuer ausspuckt.

Khanpalast von Sheki

Eine wunderschöne Fahrt entlang des imposanten Kaukasus-Gebirges brachte mich von der Metropole Baku in die bezaubernde Kleinstadt Sheki, die man unbedingt auf seiner Aserbaidschan-Rundreise besuchen sollte. Sheki war einst ein wichtiges Handelszentrum auf der legendären Seidenstraße und bis heute zeugen die zwei Karawansereien aus dem 18. Jahrhundert von dieser Zeit.
Sehr sehenswert ist der Khanpalast (UNESCO Weltkulturerbe) mit seinen reich verzierten Decken und Wänden sowie den kunstvollen Shebeke-Glasfenstern, die in unterschiedlichen bunten Farbtönen wunderschön glänzen. Bis heute werden diese Glasfenster in aufwendiger Handarbeit von örtlichen Betrieben hergestellt. Ein Besuch solch einer kleiner Manufaktur ist sehr interessant und es lohnt sich den Mitarbeitern über die Schulter zu schauen.
Lohnenswert ist selbstverständlich auch ein Bummel über den Basar – gerade in einer Stadt, die einst einen regen Handel auf der Seidenstraße unterhielt. Nicht nur süße Schleckermäuler sollten unbedingt die köstliche Süßigkeit Halva probieren für die Sheki bekannt ist. Am besten geht man in einen der zahlreichen Halva-Läden und schaut beim Herstellungsprozess zu und kostet dann anschließend die Süßspeise.
Zu empfehlen ist dann auch noch ein Ausflug in das benachbarte Bergdorf Kish, in der man eine der ältesten christlichen Kirchen im Kaukasus finden kann.

Naftalan – in Erdöl baden

Von Sheki setzte ich dann meine Reise in den Ort Naftalan fort. Hier gibt es ein ganz besonderes Erdöl, das benzin- und paraffinfrei ist und nach dem Herkunftsort benannt ist: Naftalan! Dieses Naftalan-Öl findet Verwendung zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten, wie zum Beispiel Hautkrankheiten. Von diesem heilenden Öl berichtete einst schon der große Weltreisende Marco Polo auf seinen Reisen und bis heute kann man während einem Kuraufenthalt in der seltenen Erdölsorte ein Bad nehmen.

Göygöl – auf den Spuren deutscher Siedler im Kaukasus

Einen äußerst interessanten Zwischenstopp legte ich in dem kleinen Städtchen Göygöl, dem ehemaligen Helendorf ein. Das Dorf wurde im 19. Jahrhundert von schwäbischen Auswanderern gegründet. Bis heute zeugen die kleinen schwäbischen Häusern, die Alleen, sowie ein deutscher Friedhof von den einstigen Spuren der deutschen Siedler. In der Kirche findet man auch eine interessante Ausstellung mit Bildern aus dieser Zeit. Eine ganz besonders Begegnung war jedoch die mit dem alten Mann Fikret Ismailov. Er war ein guter Freund von Viktor Klein, der 2007 als letzter Deutsche in Göygöl starb und keine Nachfahren hinterließ. Er öffnete das Haus seines alten Freundes, in dem die Zeit stillgeblieben zu schien. Man kann nur hoffen, dass aus diesem Haus einmal ein Museum wird.

Gobustan-Nationalpark – steinzeitliche Felszeichnungen & brodelnde Schlammvulkane

Von Göygöl ging es dann über Ganja, mit der schönen Schah-Abbas-Moschee, wieder zurück in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. Unterwegs besuchte ich jedoch noch den Gobustan-Nationalpark, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dieser ist bekannt für seine prähistorischen Felszeichnungen, die u.a. Jagdszenen darstellen. Auch das angeschlossene Museum ist sehr sehenswert und lohnt einen Besuch. Ebenso die faszinierenden Schlammvulkane, die nicht weit von den Felszeichnungen in Richtung Baku entfernt liegen. Hier drückt Erdgas graue und blubbernde Schlammmassen in die Höhe – ein beeindruckendes Naturphänomen, das man nur an ganz wenigen Orten auf dieser Welt beobachten kann.

Meine Reise durch Aserbaidschan führte mich durch ein facettenreiches Land, in dem die Moderne auf eine jahrhundertealte faszinierende Geschichte, deren Wurzeln bis in die Steinzeit zurückreichen sowie auf ein reiches kulturelles Erbe trifft. Einzigartige Naturphänomene sowie eine landschaftliche Vielfalt zwischen dem mächtigen Kaukasus und dem Kaspischem Meer machen Aserbaidschan zu einem faszinierenden Reiseland!

Aserbaidschan-Reisen

Ist Ihr Interesse an einer individuellen Reise durch Aserbaidschan geweckt? Dann schauen Sie doch einfach unsere Reisevorschläge in dieses wundervolle Land im Kaukasus an uns lassen sich inspirieren! Gerne erstellen wir Ihnen Ihre ganz private Aserbaidschan-Rundreise!

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